Miteinander reden über einen späteren Schulbeginn 2/2
Schon mal was von Frühaufstehern (im Volksmund „Lerche“) und Spätaufstehern („Eule“) gehört? Mit Sicherheit.
Der Biorhythmus eines jeden Einzelnen ist genetisch bedingt. Wer also mit dem eigenen Biorhythmus lebt – statt gegen ihn – steigert sein Wohlbefinden und seine Produktivität. Ergo, wenn ein Mensch (selbst auch aus Gewohnheit) immer wieder dagegen handelt kann ihn dies letztendlich – so warnen Forscher- dick, dumm und letztlich krank machen. Die Konzentrations- wie auch die Leistungsfähigkeit lässt durch das Schlafdefizit nach. Stress und Müdigkeit verändern auch das Gemüt usw.
Wussten Sie auch, dass sich die Schlafgewohnheiten im Jugendalter verändern? Ja? Nein? So ist es aber. Wissenschaftliche Erkenntnisse offenbaren, dass sich die Einschlafphase eines Jugendlichen deutlich in die Nacht hinein verschiebt, während sein Schlafbedürfnis von der Länge her unverändert bleibt. Teenager haben bedingt durch die Pubertät also einen anderen Schlafrhythmus als Erwachsene. Ein späterer Schulbeginn – um etwa eine Stunde – so wie es an vielen Schulen weltweit bereits gang und gäbe ist, würde Abhilfe schaffen.
Aber nein, der Unterricht beginnt in Deutschland an vielen Schulen nach wie vor um 8:00 Uhr. Trotz wiederholter Pro- und Kontra-Diskussionen zum späteren Schulbeginn hat sich in den letzten Jahrzehnten jedoch kaum etwas verändert. So mühen sich jeden Morgen Tausende von Jugendlichen müde in die Schulen.
Dabei verbietet das Schulgesetz eine Anpassung des Schulbeginns auf den Biorhythmus der Jugendlichen nicht. Im Gegenteil, die Entscheidungsmacht obliegt den Schulen selbst. Was sich Schüler diesbezüglich wünschen und wie von Seiten der Lehrer und Schulleiter darauf eingegangen wird, darüber berichten in einem Zweiteiler Vicky Müller-Toùssa, unsere Frau fürs Miteinander, zusammen mit Lena Prinz, Lea Egner, Alexander Loschinski und Sebastian Neuhauser.